Digitale Kommunikation und E-Portfolio – Eine Erklärung

Also mal ehrlich: Was mit digitalter Kommunikation gemeint ist, könnte man sich im 21. Jahrhundert schon vorstellen. Bei dem Begriff E-Portfolio kann ich mir denken, dass da einige ins Grübeln geraten. Auch ich konnte mir zu Anfang nur wenig darunter vorstellen. Aus diesem Grund und um ganz beim Urschleim anzufangen, habe ich ein wenig recherchiert und möchte diese beiden Begriffe nun genauer erläutern.

Kommunikation und digitale Kommunikation

Das Wort „Kommunikation“ lässt sich auf seinen lateinischen Grundstamm „communicatio“ (=Mitteilung) sowie „communis“ (=gemeinsam) zurückführen. Das Wort „communicare“ bedeutet soviel wie „gemeinsam teilen“ oder „gemeinsam mitteilen“ (vgl. Grimm, 2005, S. 1). Unter Kommunikation kann somit das gemeinsame Mitteilen von Informationen verstanden werden. Etwas weiter gedacht, kann man sich also zwei oder mehrere Personen, die sich untereinander Informationen austauschen, vorstellen.

Harold Dwight Lasswell beschrieb bereits 1946 den Kommunikationsprozess mithilfe eines einfachen Modells: „Who says what in which channel to whom whith what effect?“ Diese Formel ist noch heute aktuell, weshalb mit ihr wesentliche Formen der Massenkommunikation beschrieben werden kann. Dem Modell liegen fünf Dimensionen zugrunde (vgl. Fischer, 2006, S36):

  • Kommunikator (Sender)
  • Medieninhalt (Aussage)
  • Medium (Träger der Botschaft)
  • Rezipient (Empfänger)
  • Medienwirkung (Effekt)

Wenige Jahre später erweitere Lasswell dieses Modell um den digitalen Kommunikationskanal, durch den die Nachricht vom Sender zum Empfänger übertragen wird. Zur Übertragung werden die Informationen vom Sender zunächst verschlüsselt (kodiert) und vom Empfänger wieder entschlüsselt (dekodiert) (vgl. Shannon, 1949, S. 381).

Abb. 1: Kommunikationssystem (eigene Darstellung nach Shannon & Weaver, 1949, S. 381)

Abb. 1: Kommunikationssystem (eigene Darstellung nach Shannon & Weaver, 1949, S. 381)

Mithilfe eines digitalen Kanals, wie zum Beispiel der Chat in einem Sozialen Netzwerk, können Informationen über das Internet übertragen werden. Diese Form der Kommunikation wird dann digitale Kommunikation genannt. „Das Besondere an dieser neuen Kommunikationsform besteht darin, dass das digitale Medium Internet die Menschen gleichzeitig voneinander trennt als auch einander nahe bringt. Die Nähe wird durch den raum- und zeitübergreifenden Zugang zum Netz hergestellt, die Trennung entsteht durch den Verlust der sinnlichen Wahrnehmung der physischen Präsenz, das erlebt der Nutzer als Virtualisierung der Partner und Gegenstände“ (Grimm, 2005, S. 1). Diese Form der virtuellen Kommunikation ermöglicht eine sowohl räumliche als auch zeitliche Unabhängigkeit zwischen den Kommunikationspartnern und ist somit allgegenwärtig (vgl. Meinel & Sack, 2009, S. 12).

E-Portfolio

Auch der Begriff E-Portfolio kann aus dem Lateinischen abgeleitet werden. „portare“ bedeutet „tragen“ und „folio“ bedeutet „Blatt“. Wenn ein Portfolio angelegt wird, dann bedeutet das meist, dass etwas gesammelt wird (vgl. Mulley, 2011, S. 11). Zum Beispiel sammelt ein Künstler oder ein Grafiker alle seine besonderen Werke in einer Mappe. „E-Portfolios sind netzbasierte Sammelmappen, die verschiedene digitale Medien und Services integrieren und speziell im E-Learning zum Sammeln digitaler Nachweise eingesetzt werden (Prof. Dr. Dr. Hesse, 2012, e-teaching.org).“ Mithilfe eines E-Portfolios können individuelle Lernprozesse sowie -erkenntnisse dargestellt, digitale Dokumente bereitgestellt und gesammelt, multimediale Inhalte eingepflegt und sich mit einer Community und/oder einem Tutor ausgetauscht werden. Wichtig dabei ist auch die Bewertung und Reflexion der gesammelten Dokumente und Lernerfolge. Techniken, die derartige Dienste anbieten, sind spezielle Conten Management Systeme, Webblogs oder Wikis (vgl. Prof. Dr. Dr. Hesse, 2012, e-teaching.org).

Am besten und wunderschön anschaulich und kreativ erklärt dieses Video, wozu ein E-Portfolio genutzt wird:

Natürlich habe ich mir zuvor die Frage gestellt, ob und inwiefern ich überhaupt Youtube-Videos in meinen Blog einbetten darf. Eine allgemeine Erklärung habe ich auf irights.info zum Einbetten von Videos von Youtube und Co. gefunden. Demnach erlauben es die Plattformen in ihren Nutzungsbedingungen, soweit ersichtlich, die Videos in die eigene Seite einzubinden. Doch ich wollte es genau wissen, deshalb gesagt und getan. Ein Blick in die Nutzungsbedingungen von Youtube verrieten mir, dass mir als Youtube-Nutzer eine weltweite, nicht-exklusive und gebührenfreie Lizenz bezüglich des Zugangs zu Youtube sowie bezüglich der Nutzung, der Reproduktion, dem Vertrieb, der Herstellung derivativer Werke, der Ausstellung und der Aufführung von Videos von Youtube eingeräumt wird. Nachfolgend findet ihr den entsprechenden Auszug aus den Nutzungsbedingungen von Youtube:

Abb. 2: Auszug aus den Nutzungsbedingungen von YouTube (YouTube, 2014)

Abb. 2: Auszug aus den Nutzungsbedingungen von YouTube (YouTube, 2014)

Hier sind noch interessante, weiterführende Links zum Thema e-Portfolio:
http://www.e-teaching.org/lehrszenarien/pruefung/pruefungsform/eportfolio/
http://blogs.tu-ilmenau.de/koelibri/
http://www.e-portfolios.org/e-portfolio-grundlagen.html
http://www.waxmann.com/?id=20&cHash=1&buchnr=2818

Nachtrag

Da man als Einzelperson nie den vollen Umfang einer Themaik bis ins kleinste Detail beachten kann, finde ich unsere Learning-Community eine hervorragende Lösung. So weisen wir uns gegenseitig auf eventuell vergessene Aspekte hin und können auf die Blog der Community-Mitglieder verweisen. Und das möchte ich nun auch das erste mal tun: Tanja hat in ihrem Blog digitale Kommunikation, Webblog und E-Portfolio noch genauer erklärt. Insbesondere finde ich ihre aufgelisteten Tipps und Kriterien eines E-Portfolios sehr hilfreich. Sie werden mir helfen, meinen eigenen Lernprozess und die Führung meines Blogs zu hinterfragen. Schaut doch auch mal bei ihr vorbei!

Quellen

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8 Gedanken zu „Digitale Kommunikation und E-Portfolio – Eine Erklärung

  1. In der Vorlesung zum Fach wurde hinter den Begriff „Digitale Kommunikation“ ein Fragezeichen gesetzt und dann eher auf den Begriff der „computervermittelten Kommunikation“ abgehoben. „Digitale Kommunikation“ versucht eher noch die Digitalität der Kommunikate zu unterstreichen, aus der sich Begriffe wie Medienkonvergenz etc. ableiten lassen. „Computervermittelte Kommunikation“ wiederum differenziert die technische Seite der IT-unterstützten Kommunikation nicht bis ins Einzelne. Welche Sichtweise ist im Rahmen Ihrer Ausarbeitung wichtiger?

    Weiterhin viel Erfolg!

    G. Kreuzberger.

  2. Pingback: Update: Digitale vs. computer- vermittelte Kommunikation | Startnext: externe Unternehmenskommunikation

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