… und wie sieht’s bei Google+ aus?

Auf der Website von Startnext sind die Verlinkungen zur den Social Media-Kanälen Facebook, Twitter und Google+ angegeben. Nachdem ich bereist Facebook und Twitter untersucht habe, ist heute Google+ an der Reihe.

Zu Beginn wieder einmal ein paar allgemeine Informationen. „Google Plus (Google+) ist ein soziales Netzwerk von Google. Kontakte lassen sich darin in Kreise (Circles) einsortieren. Damit können Nutzer leichter als etwa bei den Konkurrenten Facebook oder Twitter auswählen, welche Personengruppen bestimmte Veröffentlichungen mitlesen können. Die Kreise aus Kontakten lassen sich beliebig erstellen und erweitern. Google Plus ging im Juni 2011 im geschlossenen Betatest online und ist seit dem 20. September 2011 ohne Einladung für jeden nutzbar.“ (Golem.de, 2014)
Google+ wurde entwickelt aufgrund eines Aufmerksamkeitsverlustes gegenüber Google im Web. Während Internetnutzer enorm viel und auch immer mehr Zeit auf Facebook verbrachten, sank die verbrachte Online-Zeit auf allen anderen Webseiten leicht. Diesen Zusammenhang stellte Ben Elowitz Ende Juni 2011 sehr anschaulich in einer Grafik dar. Diese Entwicklung war für Google gefährlich, denn jede Minute, die Menschen bei Facebook verbrachten, bedeutete für Google einen Verlust potentieller Anzeigengeschäfte. Um dem entgegenzusetzen, parierte der Konzern mit Google+. Doch das soziale Netzwerk gewann die Akzeptanz von Experten und Internet-User nicht leichtfertig und wurde stets mit dem großen Vorbild Facebook verglichen. Immerhin, SpiegelOnline berichtete, Google+ sei erheblich durchdachter und weitgehender als vorherige Projekte, außerdem wirke das Design elegant und auf den ersten Blick erheblich schöner als Facebooks Oberfläche (vgl. Lischka, 2011).

Ich muss gestehen, ich kenne mich mit der Benutzung von Google+ nicht sonderlich aus. Ich besitze zwar einen YouTube-Account und kann daher auch gleichgzeitig auf einen eigenen Account auf Google+ zugreifen, benutze ihn aber wie gesagt nicht. Na okay, ich erinnere mich, einmal habe ich den Google+ Hangouts-Videochat mit einem Freund ausprobiert, weil wir nach einer Alternative für Skype gesucht haben. Aber sowohl die Video- als auch die Ton-Qualität von Google Hangouts waren nicht wirklich besser als bei Skype. Nun ja, lange Rede kurzer Sinn: Bevor ich Startnext’s Kanal analysierte, wollte ich mich über Tools und Funktionen von Google+ ein wenig genauer informieren. Hier also die wesentlichen Charakteristika dieses sozialen Netzwerks:

  • Circles – die Freundeslisten: Kontakte können in Kategorien eingeteilt werden, ähnlich wie bei Facebook in Freunde, Bekannte, Verwandte, Arbeitskollegen etc. Aufgrund dieser Einteilung kann der Google+-Nutzer entscheiden, welchen Inhalt er mit wem teilen möchte.
  • Stream – die Chronik: Wie bei Facebook werden bei Google+ im Stream die Aktivitäten, Neuigkeiten und Empfehlungen der Menschen, die man in seinen Circles gelistet hat, angezeigt. Die Besonderheit bei Google+ besteht allerdings darin, dass die Posts nicht wie bei Facebook zeitlich sortiert sind sondern dass der Stream die aktuellen Posts nach den Wunsch-Circles anzeigt.
  • Der Share-Button – bitte teilen: Die komplette Seite, all die YouTube-Videos, Fotos und/oder vereinzelte Nachrichten können mit dem Umfeld geteilt werden.
  • Sparks – Themen suchen: Sparks war ein Tool, mit dem man interessante Themen suchen oder bereits vorgeschlagene Kategorien auswählen und mit anderen teilen konnte. Die suche funktionierte ähnlich wie die Goolge Suchmaschine. Ich schreibe hier in der Vergangenheit, weil Sparks wieder entfernt wurde und es heute nicht mehr auf Google+ gibt (vgl. Google Plus Daily, 2012).
  • Huddle und Hangouts – der (Video)Chat: Mit Hangouts kann man sich mit seinen Kontakten aus den Circles im Videochat unterhalten. Das Ganze funktioniert auch mit mehreren Teilnehmern. Huddle heißt die Funktion, wenn nur miteinander getextet wird, also der Chat ohne Bild und Ton.
  • +1 Button – Gefällt mir: Posts, Bilder, Videos oder Suchergebnisse auf Google können mit dem +1 Button geliket werden. So werden Freunde, Bekannte, Verwandte auf die persönliche empfehlung einer Seite aufmerksam gemacht.

(vgl. Lischka 2011, Kreyßig 2011)

Abgesehn davon, dass Google+ schön anzusehen ist und einige Vorteile in der Vernetzung mit Freunden bietet, unterscheidet es sich in seinen Funktionen nicht wirklich von Facebook. Zudem scheint es doch einige Lücken bei sozialen Komponenten, vor allem beim Schutz der Privatsphäre zu geben. Spiegel Online berichtete ausführlich. Kontakte aus Googlemail würden sofort in die Freundesliste bei Google+ synchronisiert ohne dem (wohlmöglich) Wissen und Einverständnis des Nutzers. Des Weiteren sollen sämtliche Daten von Nutzer eines Google-Accounts, also beispielsweise Nutzer von Googlemail, dem sozialen Netzwerk Google+ oder anderen Diensten des Konzerns, zu einem Nutzerprofil zusammengefasst werden (Stöcker, 2012).
Die für Privatsphäre und Datenschutz zuständige Google-Managerin Alma Whitten erklärt in einem Blogeintrag: „Wenn Sie eingeloggt sind, können wir Informationen, die Sie uns in einem Dienst zur Verfügung gestellt haben, mit Informationen aus anderen Diensten zusammenführen. Kurz gesagt werden wir Sie über alle unsere Dienste hinweg als einen einzigen Nutzer behandeln.“ Im folgenden Video ist das nocheinmal veranschaulicht worden.

In Folge dieser Bekanntmachung erhebten Datenschützer ihre Stimme und warnten vor dem Verlust der Privatsphäre. Doch andere Internetunternehmen wie auch Facebook arbeiten längst an umfassenden Nutzerprofilen. Die Verknüpfung von persönlichen Daten, sozialen Kontakten, von Vorlieben und von Orten, an denen man bereits war, gerade ist oder die man gern einmal besuchen möchte, ermöglicht neue, möglicherweise praktische Dienste. Google habe diesen Trend erst vergleichsweise spät entdeckt (Stöcker, 2012). Trotz allem wächst Google+ schneller als Facebook. Insgesamt 540 Millionen Menschen nutzen Google+-Funktionen, davon sind 300 Millionen aktive Stream-Nutzer (Stand: Oktober 2013) (vgl. Kirch, 2013).  Was denkt ihr über die Verknüpfung verschiedener Dienste zur Erstellung eines ausführlichen und persönlichen Nutzerprofils? Ist es eine Art Überwachung oder eine neue Form der Dienstleistung?

Analyse des Kanals Google+ von Startnext
Um nun zur Analyse des Google+-Kanals von Startnext zu kommen, möchte ich in einer Art Fazit die Antwort auf die Frage im Beitragtitel, wie es bei Startnext auf Google+ aussieht, bereits vorweg nehmen: Gäääääähnende Leere. Im Vergleich zu den anderen beiden Kanälen Facebook und Twitter wird dieser hier so gut wie nicht gepflegt und ist geradezu langweilig. Seit Mitte letzten Jahres wurde kein neuer Eintrag mehr verfasst. Deshalb möchte ich diesen Abschnitt nun so kurz wie möglich halten und nur die wichtigsten Punkte ansprechen.
Abb. 1: Google+ Startnext Titelbild (Google+, 2013)

Abb. 1: Google+ Startnext Titelbild (Google+, 2013)

Startnext hat auf Google+ 843 Follower, als Menschen in seinen Kreisen (Circles). Außerdem kann ich ganze zwei Einträge finden, die beide von Startnext am 28. Juni 2013 gepostet, einmal 5x und einmal 6x geliket wurden und sich beide auf Startnext Crowdfunding-Projekte beziehen. Einer der beiden Posts wurde sogar einmal geteilt, aber beide nie kommentiert. Seit wann Startnext auch bei Googl+ vertreten ist, kann ich komischerweise nirgends lesen, auch nicht bei „About“. Sollte es allerdings der 28. Juni 2013 sein, dann fing die Interaktion mit den Fans durch die zwei Posts doch schon ganz verheißungsvoll an. Und dafür, dass Startnext so wenig Neuigkeiten von sich auf Google+ preis gibt, finde ich die Anzahl der Follower schon ganz schön hoch. Im Bereich „Photos“ kann man sich drei Bilder von den Startnext Gründern und dem gesamten Team anschaun, Videos gibt es keine. Das Titelbild ist wie oben zu sehen nicht das selbe wie auf Facebook und Twitter. Das deute ich als weiteres Anzeichen dafür, dass Google+ schon eine ganze Weile nicht mehr von Startnext gepflegt wird, denn das Titelbild zur Rekordfundingsumme entstand erst im April diesen Jahres. Die Seite „About“ scheint die interessanteste von allen zu sein. Hier erhält man ausführliche Informationen über Startnext, Kontakdaten bestehend aus Telefon, E-Mail, Adresse und Link zur Crowdfunding-Plattform sowie sogar einige Weblinks zum Thema Crowdfunding.

Abb. 2: Erster Post (Google Plus, 2013)

Abb. 2: Erster Post (Google Plus, 2013)

Abb. 2: Zweiter Post (Google Plus, 2013)

Abb. 3: Zweiter Post (Google Plus, 2013)

Und damit ist eigentlich auch schon alles zum Thema Startnext auf Google+ gesagt. Als viertes und letztes externes Kommunikationsmedium werde ich mir im nächsten Blogeintrag den Blog von Startnext genauer ansehen.

Quellen:

Elowitz, E. (2011). The Web ist shrinking. Now what? Abgerufen 23.08.2014 von http://allthingsd.com/20110623/the-web-is-shrinking-now-what/

Golem.de (2014). Google+. Abgerufen 23.08.2014 von http://www.golem.de/specials/google-plus/

Google Plus (2013). Startnext. Abgerufen 23.08.2014 von https://plus.google.com/110168259926611026849/posts

Google Plus Daily (2012). Sparks Removed from Google+ Search. Abgerufen 23.08.2014 von https://plus.google.com/+GooglePlusDaily/posts/5z7VHfKng2b

Kirch, N. (2013). 300 Millionen aktive Nutzer im Stream: Google+ macht großen Sprung. Abgerufen 23.08.2014 von http://www.socialmediastatistik.de/300-millionen-nutzer-im-stream-google-macht-grossen-sprung/

Kreyßig, S. (2011). Google+: Was ist das und wie funktioniert es? Abgerufen 23.08.2014 von http://klickkomplizen.de/blog/online-marketing/google-was-ist-das-und-wie-funktioniert-es/

Lischka, K. (2011). Neues Netzwerk Plus: Google macht sein eigenes Facebook. Abgerufen 23.08.2014 von http://www.spiegel.de/netzwelt/web/neues-netzwerk-plus-google-macht-sein-eigenes-facebook-a-771207.html

Spiegel Online (2012a). Persönliche Daten: Google will alles über dich wissen.
Abgerufen 23.08.2014 von http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/persoenliche-daten-google-will-alles-ueber-dich-wissen-a-811221.html

Spiegel Online (2012b). Google+. Abgerufen 23.08.2014 von http://www.spiegel.de/thema/googleplus/

Stöcker, C. (2012). Persönliche Daten: Google will alles über dich wissen. Abgerufen 23.08.2014 von http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/persoenliche-daten-google-will-alles-ueber-dich-wissen-a-811221.htm

Whitten, A. (2012). Update our privacy policies and terms of service. Abgerufen 23.08.2014 von http://googleblog.blogspot.de/2012/01/updating-our-privacy-policies-and-terms.html

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3 Gedanken zu „… und wie sieht’s bei Google+ aus?

  1. Hallo Vickie,
    das hätte mich wirklich gewundert wenn Startnext seine Google+ Seite noch aktuell gehalten hätte. Das ganze Ding ist ja ziemlich tot. Aber trotzdem eine gute Übersicht über die Funktionen!
    Grüße, Robert

  2. Hallo Victoria,
    da muss ich Robert zustimmen. Schade eigentlich, mir hat Google+ zu Beginn ganz gut gefallen. Auch die Funktion des Google+ Hangouts fand ich für Marken eine gute Möglichkeit, mit Fans zu kommunizieren und das später als Video hochzuladen. Aber gut, da lässt sich wohl nichts machen 😉

    Viele Grüße
    Isabell

  3. Hallo ihr beiden!
    Ja so wie es aussieht, hatte Google+ ganz schön zu kämpfen um sich zu etablieren und einige Probleme aus der welt zu schaffen. Aber das Imageproblem ist bis heute haften geblieben. Ich denke das und die etwas umständlicherere Nutzerbedienung bei Google+ ist Ursache dafür, dass so wenige das Netzwerk nutzen.
    Viele Grüße
    Victoria

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